900 Jahre Schaumburg Am 21.August 2010 ab 11:00 Uhr
Der Anlass Im Jahr 2010 feiert das
Schaumburger Land ein großes Jubiläum. Genau 900 Jahre ist es dann her, dass
der Name Schaumburg in der Geschichtsschreibung auftaucht. In einer im 12.
Jahrhundert verfassten Chronik ist nämlich überliefert, dass 1110 der
Sachsenherzog Lothar von Süpplingenburg, der spätere Kaiser Lothar III., den
„edlen Mann Adolf von der Schaumburg“ mit den Grafschaften Holstein und
Stormarn belehnte. Damals war Schaumburg zwar nur eines von etwa 40 Territorien
auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsens. Aber Adolf von Schaumburg, der von der
gleichnamigen Burg stammte, und seine Nachkommen wussten sich im Machtgefüge
Norddeutschlands festzusetzen. Sie verschwägerten sich mit anderen Herrscherhäusern,
kolonisierten Land und gründeten Städte. Auf diese Weise wurde aus dem
Schaumburger Land eine Grafschaft. Allerdings starb das Geschlecht der Schaumburger
kurz nach dem Tod des Fürsten Ernst (1569 – 1622) im Jahr 1640 im Mannesstamm
aus. Die Grafschaft Holstein wurde an den dänischen König verkauft. Kleine
Teile der Grafschaft Schaumburg kamen zu Braunschweig-Lüneburg. Aus dem Rest entstanden
die Grafschaft Schaumburg als hessisches Nebenland und die Grafschaft (später das
Fürstentum) Schaumburg-Lippe. Der Freistaat Schaumburg-Lippe war schließlich
eines der vier Länder, aus denen 1946 das Bundesland Niedersachsen gebildet
wurde. Seit 1977 ist das im Zuge einer Kreisreform im Wesentlichen wiedervereinigte
alte Schaumburg ein niedersächsischer Landkreis. Diese 900-jährige Geschichte
hat ihre Spuren im Lande hinterlassen. Mehr als anderswo fühlen sich hier die
Menschen mit ihrer Region verbunden. In Stadthagen und Rinteln, in Bückeburg
und Bad Eilsen, in Obernkirchen und Bad Nenndorf, in Sachsenhagen und Rodenberg
– überall bezeichnet man sich als Schaumburger. So darf sich Fürst Ernst, wenn
er zum Jubiläum 2010 aus der Renaissance in unsere Zeit kommt, e ines würdigen
und warmherzigen Empfanges durch seine Landeskinder sicher sein.
Das Spiel
-
Die Projektidee Im Sommer 2010 kehrt Fürst Ernst nach
388 Jahren in sein Schaumburger Land zurück. Stilecht nimmt er mit Tross und
Gefolge Quartier in seiner alten Residenzstadt Bückeburg und bricht von dort
aus in verschiedenen Etappen zu einer mehr als heiklen Mission auf – nämlich
Frieden zu stiften im Schaumburger Land. Denn überall in der Region ist man
sich in Dingen des öffentlichen Lebens uneins über den richtigen Weg. Hin und
her wogen die Debatten zwischen Bürgertum und Stadträten, zwischen
Straßengemeinschaften und Bauverwaltungen, zwischen Schulträger und Eltern… Mal
geht es um Verkehrsbelastungen, mal um die Restaurierung und Umnutzung alter
Gebäude. Hier soll eine Grundschule geschlossen werden, da eine Postfiliale,
usw., usw.
Im Schaumburger Land braucht es
endlich einen, der als unbeteiligter Dritter, aber als bestens mit der Region
Vertrauter alle Seiten hören wird, alle Argumente abwägen und eine gütliche –
ja, salomonische – Einigung zwischen allen Parteien herbeiführen kann. Und wäre
da jemand besser geeignet als der schon kurz nach seinem irdischen Ableben wie
eben der weise König Salomo verehrte Fürst Ernst zu Holstein-Schaumburg?!
So bereiten sich in den Städten
und Gemeinden des Schaumburger Landes Bürgerinitiativen und
Straßengemeinschaften, soziokulturelle Trägerinstitutionen und Heimatvereine,
Kulturgruppen und Dorfgemeinschaften, Naturschutzorganisationen, Ortsräte und
Gemeindeverwaltungen an ihren jeweiligen Orten penibel darauf vor, ihre Anliegen
ihrem Fürsten Ernst persönlich vorzutragen.
Denn dieser wird höchst selbst an
verschiedene Orte im Schaumburger Land reisen, um dort seine heutigen
Untertanen anzuhören. Er wird sie nach allen Regeln von Fairness und Anstand
miteinander disputieren lassen und nach eingehender Beratung mit seinen engsten
Vertrauten schlussendlich eine Empfehlung für oder wider eine Seite sprechen.
Im Zweifelsfalle kann es gut sein, dass Seine Durchlaucht ad hoc einen
Lokaltermin ansetzt, um sich mit allen Parteien vor Ort ein Bild der Lage zu
machen. Am Ende wird sein Urteil für oder gegen eine Sache hauptsächlich davon
abhängen, wie anschaulich und kreativ das jeweilige Anliegen vorgetragen bzw.
wie elegant und hieb- und stichfest die Erwiderung ausgeführt wird.
In jedem Falle aber wird Fürst
Ernst alles daran setzen, seiner im Land Schaumburg seit beinahe 400 Jahren
gepflegten allegorischen Verherrlichung als salomonischer Richter mehr als
gerecht zu werden. Und da er – ganz schillernder Potentat – das helle Licht der
öffentlichen Huldigung durchaus zu schätzen weiß und ohnehin wahrscheinlich
alle „echten“ Schaumburgerinnen und Schaumburger und ihre Gäste dabei sein
wollen, wenn der legendäre Fürst im Lande umherreist, sind die Gerichtstage auf
großen öffentlichen Plätzen unter freiem Himmel angesetzt. Extra hierfür reist
ein fürstliches Vorauskommando von Ort zu Ort, um Baldachine, Podeste,
Tribünen, Zelte, Fahnen und weiteren Zierrat für Seine Durchlaucht nebst
Entourage bereitzustellen. Darüber hinaus sind natürlich alle Bewohnerinnen und
Bewohner vor Ort aufgefordert, ihrem Fürsten einen herzlichen Empfang zu
bereiten und während der Verhandlungspausen für dessen Zerstreuung und leibliches
Wohl Sorge zu tragen. Sicher wird es den Fürsten auch interessieren, wie sich
sein Heimatland entwickelt hat – und so sind der Phantasie keine Grenzen
gesetzt, wenn es darum geht, den eigenen Ort mit all seinen Facetten zu
präsentieren.
Was geschah mit Heinrich Schwone ?? Das Rätsel scheint gelöst !!
Bei Renovierungsarbeiten an der Paschenburg wurde
1997 an dem Aussichtsturm westlich des Haupthauses eine Sandsteinplatte mit
der Aufschrift „ Heinrich Schwone * 8.12.1891 + 5.6.1907 “ gefunden.
Lange Zeit war nicht zu erfahren, welche Bewandtnis es
mit dieser Gedenk- oder Grabplatte wohl auf sich hat.
Tragisch kuriose Geschichten machen hartnäckig ihre
Runde. So soll der junge Mann am Ort der Gedenkplatte verunglückt sein. Eine
andere sagt, er sei als Kellner auf der Paschenburg beschäftigt gewesen und
habe sich aus Liebeskummer zur Wirtin vom Felsen gestürzt.
Wie es auch gewesen sein mag,
wir haben die Todesumstände einer Traueranzeige in der „Schaumburger Zeitung“
von Freitag, 7.Juni 1907 entnommen. Dort heißt es
„ Mittwoch abend 11 Uhr
entschlief sanft nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden unser lieber Sohn,
der Musiker
Heinr.Schwone im 17. Lebensjahre.
Dies zeigen tiefbetrübt an
Wilhelm Schwone u.Frau nebst
Kindern.
Exten, 5.Juni 1907.
Die Beerdigung findet
Sonnabend nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause Nr.130 aus statt. “
Welche Hintergründe dazu
führten, dass die Steinplatte mit den Lebensdaten von Heinrich Schwone auf der
Paschenberg gefunden wurde, läßt sich bis heute nicht klären. Angehörige, die
noch davon berichten können, sind nicht gefunden worden.
Der Wahrheitsgehalt der oben
angedeuteten Geschichten kann nicht ausgeschlossen werden.
Als der 1829 erbaute offene Ausssichtsturm
Ende des 21.Jahrhunderts renoviert werden musste, wurde die Gedenkplatte vom
Eigentümer der Paschenburg „gerettet“ und an ihrer jetzigen Stelle aufgestellt.
Das Restaurant Paschenburg
wurde etwas später im Jahre 1842 vom Förster Carl Kayser erbaut.
(Autor:
Wilfried Schnüll)
Bahrweg (Leichenweg)- Kirchweg Borwech oder Barwech auf plattdeutsch-niederdeusch
Heute ein Holzabfuhr- und Wanderweg der oberhalb von
Deckbergen etwa parallel zur heutigen Kreisstraße 71 entlang führt.
Beginnend am südlichen Waldrand gelangt man durch den Wald
zum Südweg. Der Bahrweg ist Teil des Rundwanderweges RI 4 und 5.
Autowanderer können ihr Auto auf dem naheliegenden
Wanderparkplatz abstellen oder sie fahren auf die Passhöhe und parken dort auf
dem gekennzeichneten Platz an der Schutzhütte. Zu Fuß geht es weiter nach Osten auf dem Südweg Richtung
Schaumburg. In ca. 150 m zweigt der Bahrweg nach Süden ins Tal ab.
Dieser heute noch deutlich erkennbare und jetzt als
Wanderweg genutzte frühere Fahrweg diente den Menschen aus dem Auetal als
Kirchweg.
Borstel, Poggenhagen, Borsteler Bruch und das Gut
Oelbergen gehörten bis 1931 zum Kirchspiel Deckbergen. Die Kirchgänger
überquerten an dieser Stelle den Deckbergener Pass.
Für die Bürger der ehemals selbständigen Gemeinde
Bernsen mit Bernser Landwehr traf das noch bis 1953 zu.
Alle kirchlichen Ereignisse - z.B. Konfirmationen,
Trauungen, Festtage und Begräbnisse wurden in der St. Petri Kirche zu
Deckbergen vollzogen.
Der Gang zur Kirche und die Fahrt des Trauerzuges
führte über den Bahrweg.
1852 wurde die jetzige Passstraße zwar ausgebaut
aber offenbar wegen ihres schlechten Zustandes nicht von den Kirchgängern
benutzt. Die ‚Fahrbahn’ bestand aus Steinschotter, der mit Sand ausgeschlämmt
war. Das Befahren mit Fuhrwerken war dadurch stark erschwert.
Erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts
wurden Straßen wie die parallel zum Bahrweg führende Kreisstraße 71 komfortabel
hergerichtet.
( Verkehrs- und Heimatverein
Schaumburg e.V. – 2008 - )
Wanderweg Füßlein`s Ruh
Füßlein’s Ruh
So wird heute ein
Wanderweg bezeichnet, der westlich der Gaststätte „ Zum Schaumburger Ritter “
beginnt und im steilen Aufstieg auf der Burgstraße endet. Dieser Wanderweg
wurde erst nach dem 2.Weltkrieg angelegt.
Interessant ist die Herkunft des Namens „ Füßlein’s Ruh “.
Bis etwa 1923 gab es keine mit Fahrzeugen befahrbare
Straßenverbindung zwischen der heutigen Passstraße (K 72) und der Schaumburg.
Über den Berg bzw. zur Schaumburg kam man von Rosenthal aus nur über zwei
verschiedene Schluchtwege.
Von Süden nach Norden in fast direkter Linie von der Straße
Im Tiergarten zur Burgstraße führte ebenfalls ein steiler Steig zur damals noch
nicht vorhandenen Burgstraße. Über diesen Schluchtweg kam man direkt zur
Schaumburg. Nach Westen über den Berg gab es keine Verbindung.
Der westlichste Aufstieg führte etwa zwischen den heutigen
Häusern Böhm, Am Block 6 und Steinhoff, Am Block 4 nach oben. Es musste die
dortige steil ansteigende natürliche Talmulde benutzt werden. Die Fluren, die
durchquert werden mussten, tragen amtlich die Namen
‚ Abgunst, Im Rosenthal und Alter Hof ’. Im Volksmund wurde
die Fläche auch mit
‚ Ungnade ’ bezeichnet.
Der Passdurchbruch der Burgstraße wurde 1923 von Mindener
Pionieren durch Wegsprengen der Felsen geschaffen. Leitender Soldat der
eingesetzten Pioniere war ein Major Namens Füßlein.
Dort wo sich heute eine Niesche im Fels in Höhe der riesigen
Buche mit den beiden Ruhebänken befindet, soll ein riesiger Fels gelegen haben.
Die Pioniere hatten in diesen Stein eingemeißelt: „ Ich war dem Pionier zu
schwer, drum trug des Pulvers Kraft mich her. Füßlein’s Ruh “. Tatsächlich ist
der Fels später gesprengt worden. Seine Teile wurden den Abhang
hinuntergeschüttet. Ein Brocken mit dem eingemeißelten Spruch hat lange noch
sichtbar am Abhang gelegen. Seine Lage ist jetzt nicht mehr auszumachen.
Mehr als 80 Jahre nach dem Passdurchbruch tragen der
Wanderweg und die Schutzhütte am Weg zur Paschenburg den Namen des Major
Füßlein: „ Füßlein’s Ruh “.
(Aufzeichnungen nach Berichten von älteren Dorfbewohnern,
insbesondere von dem 1923 geborenen Rudi (Rudolf) Hartmann).
Die Stadt Rinteln hat unter Mitwirkung des Verkehrs- und Heimatvereins Schaumburg im sogenannten LEADER+ Projekt ausgewählte touristische Höhepunkte der Ortsteile durch entsprechende Fußwegrouten erschlossen und miteinander vernetzt. Dadurch ist erreicht worden , dass für die Bürger sowie Besucher die Angebote zur Gestaltung ihrer Freizeit verbessert wurden . Es sollen insbesondere als Zielgruppen Kulturtouristen, aber auch Nutzer der Schullandheime und Schülergruppen aus den örtlichen Schulen angesprochen werden. Für die jeweiligen Routen sind jetzt Faltblätter gedruckt worden, in denen über die Sehenswürdigkeiten, Rastplätze und Gasthäuser sowie Unterkunftsmöglichkeiten informiert wird. Diese Faltblätter gibt es ab sofort beim Heimatverein oder aber beim Touristikbüro der Stadt Rinteln.