Was geschah mit Heinrich Schwone ?? Das Rätsel scheint gelöst !!
Bei Renovierungsarbeiten an der Paschenburg wurde
1997 an dem Aussichtsturm westlich des Haupthauses eine Sandsteinplatte mit
der Aufschrift „ Heinrich Schwone * 8.12.1891 + 5.6.1907 “ gefunden.
Lange Zeit war nicht zu erfahren, welche Bewandtnis es
mit dieser Gedenk- oder Grabplatte wohl auf sich hat.
Tragisch kuriose Geschichten machen hartnäckig ihre
Runde. So soll der junge Mann am Ort der Gedenkplatte verunglückt sein. Eine
andere sagt, er sei als Kellner auf der Paschenburg beschäftigt gewesen und
habe sich aus Liebeskummer zur Wirtin vom Felsen gestürzt.
Wie es auch gewesen sein mag,
wir haben die Todesumstände einer Traueranzeige in der „Schaumburger Zeitung“
von Freitag, 7.Juni 1907 entnommen. Dort heißt es
„ Mittwoch abend 11 Uhr
entschlief sanft nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden unser lieber Sohn,
der Musiker
Heinr.Schwone im 17. Lebensjahre.
Dies zeigen tiefbetrübt an
Wilhelm Schwone u.Frau nebst
Kindern.
Exten, 5.Juni 1907.
Die Beerdigung findet
Sonnabend nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause Nr.130 aus statt. “
Welche Hintergründe dazu
führten, dass die Steinplatte mit den Lebensdaten von Heinrich Schwone auf der
Paschenberg gefunden wurde, läßt sich bis heute nicht klären. Angehörige, die
noch davon berichten können, sind nicht gefunden worden.
Der Wahrheitsgehalt der oben
angedeuteten Geschichten kann nicht ausgeschlossen werden.
Als der 1829 erbaute offene Ausssichtsturm
Ende des 21.Jahrhunderts renoviert werden musste, wurde die Gedenkplatte vom
Eigentümer der Paschenburg „gerettet“ und an ihrer jetzigen Stelle aufgestellt.
Das Restaurant Paschenburg
wurde etwas später im Jahre 1842 vom Förster Carl Kayser erbaut.
(Autor:
Wilfried Schnüll)
Bahrweg (Leichenweg)- Kirchweg Borwech oder Barwech auf plattdeutsch-niederdeusch
Heute ein Holzabfuhr- und Wanderweg der oberhalb von
Deckbergen etwa parallel zur heutigen Kreisstraße 71 entlang führt.
Beginnend am südlichen Waldrand gelangt man durch den Wald
zum Südweg. Der Bahrweg ist Teil des Rundwanderweges RI 4 und 5.
Autowanderer können ihr Auto auf dem naheliegenden
Wanderparkplatz abstellen oder sie fahren auf die Passhöhe und parken dort auf
dem gekennzeichneten Platz an der Schutzhütte. Zu Fuß geht es weiter nach Osten auf dem Südweg Richtung
Schaumburg. In ca. 150 m zweigt der Bahrweg nach Süden ins Tal ab.
Dieser heute noch deutlich erkennbare und jetzt als
Wanderweg genutzte frühere Fahrweg diente den Menschen aus dem Auetal als
Kirchweg.
Borstel, Poggenhagen, Borsteler Bruch und das Gut
Oelbergen gehörten bis 1931 zum Kirchspiel Deckbergen. Die Kirchgänger
überquerten an dieser Stelle den Deckbergener Pass.
Für die Bürger der ehemals selbständigen Gemeinde
Bernsen mit Bernser Landwehr traf das noch bis 1953 zu.
Alle kirchlichen Ereignisse - z.B. Konfirmationen,
Trauungen, Festtage und Begräbnisse wurden in der St. Petri Kirche zu
Deckbergen vollzogen.
Der Gang zur Kirche und die Fahrt des Trauerzuges
führte über den Bahrweg.
1852 wurde die jetzige Passstraße zwar ausgebaut
aber offenbar wegen ihres schlechten Zustandes nicht von den Kirchgängern
benutzt. Die ‚Fahrbahn’ bestand aus Steinschotter, der mit Sand ausgeschlämmt
war. Das Befahren mit Fuhrwerken war dadurch stark erschwert.
Erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts
wurden Straßen wie die parallel zum Bahrweg führende Kreisstraße 71 komfortabel
hergerichtet.
( Verkehrs- und Heimatverein
Schaumburg e.V. – 2008 - )
Wanderweg Füßlein`s Ruh
Füßlein’s Ruh
So wird heute ein
Wanderweg bezeichnet, der westlich der Gaststätte „ Zum Schaumburger Ritter “
beginnt und im steilen Aufstieg auf der Burgstraße endet. Dieser Wanderweg
wurde erst nach dem 2.Weltkrieg angelegt.
Interessant ist die Herkunft des Namens „ Füßlein’s Ruh “.
Bis etwa 1923 gab es keine mit Fahrzeugen befahrbare
Straßenverbindung zwischen der heutigen Passstraße (K 72) und der Schaumburg.
Über den Berg bzw. zur Schaumburg kam man von Rosenthal aus nur über zwei
verschiedene Schluchtwege.
Von Süden nach Norden in fast direkter Linie von der Straße
Im Tiergarten zur Burgstraße führte ebenfalls ein steiler Steig zur damals noch
nicht vorhandenen Burgstraße. Über diesen Schluchtweg kam man direkt zur
Schaumburg. Nach Westen über den Berg gab es keine Verbindung.
Der westlichste Aufstieg führte etwa zwischen den heutigen
Häusern Böhm, Am Block 6 und Steinhoff, Am Block 4 nach oben. Es musste die
dortige steil ansteigende natürliche Talmulde benutzt werden. Die Fluren, die
durchquert werden mussten, tragen amtlich die Namen
‚ Abgunst, Im Rosenthal und Alter Hof ’. Im Volksmund wurde
die Fläche auch mit
‚ Ungnade ’ bezeichnet.
Der Passdurchbruch der Burgstraße wurde 1923 von Mindener
Pionieren durch Wegsprengen der Felsen geschaffen. Leitender Soldat der
eingesetzten Pioniere war ein Major Namens Füßlein.
Dort wo sich heute eine Niesche im Fels in Höhe der riesigen
Buche mit den beiden Ruhebänken befindet, soll ein riesiger Fels gelegen haben.
Die Pioniere hatten in diesen Stein eingemeißelt: „ Ich war dem Pionier zu
schwer, drum trug des Pulvers Kraft mich her. Füßlein’s Ruh “. Tatsächlich ist
der Fels später gesprengt worden. Seine Teile wurden den Abhang
hinuntergeschüttet. Ein Brocken mit dem eingemeißelten Spruch hat lange noch
sichtbar am Abhang gelegen. Seine Lage ist jetzt nicht mehr auszumachen.
Mehr als 80 Jahre nach dem Passdurchbruch tragen der
Wanderweg und die Schutzhütte am Weg zur Paschenburg den Namen des Major
Füßlein: „ Füßlein’s Ruh “.
(Aufzeichnungen nach Berichten von älteren Dorfbewohnern,
insbesondere von dem 1923 geborenen Rudi (Rudolf) Hartmann).
Die Stadt Rinteln hat unter Mitwirkung des Verkehrs- und Heimatvereins Schaumburg im sogenannten LEADER+ Projekt ausgewählte touristische Höhepunkte der Ortsteile durch entsprechende Fußwegrouten erschlossen und miteinander vernetzt. Dadurch ist erreicht worden , dass für die Bürger sowie Besucher die Angebote zur Gestaltung ihrer Freizeit verbessert wurden . Es sollen insbesondere als Zielgruppen Kulturtouristen, aber auch Nutzer der Schullandheime und Schülergruppen aus den örtlichen Schulen angesprochen werden. Für die jeweiligen Routen sind jetzt Faltblätter gedruckt worden, in denen über die Sehenswürdigkeiten, Rastplätze und Gasthäuser sowie Unterkunftsmöglichkeiten informiert wird. Diese Faltblätter gibt es ab sofort beim Heimatverein oder aber beim Touristikbüro der Stadt Rinteln.